Dünndarmkapsel

Die Dünndarmkapsel dient dazu, Krankheiten des Dünndarms zu diagnostizieren, die durch die Endoskopie, die Computertomographie oder das MRT nicht, unzureichend oder sehr aufwändig zu beurteilen sind. Hierzu zählen insbesondere die unklare Blutarmut, Darmbluten (dass durch Magen- und Darmspiegelung nicht geklärt werden konnte), unklare Bauchschmerzen und Durchfälle. Auch zur Klärung der Frage eine Dünndarmbeteiligung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist die Dünndarmkapsel sehr hilfreich. Die aktuelle Kapsel Pillcam SB2 (Given Imaging®, Israel) ist 11 x 26 mm groß, was der Größe einer großen Tablette entspricht.

Vorbereitung:

Ist die Notwendigkeit der Untersuchung bei Ihnen geklärt, erfolgt im persönlichen Gespräch eine mündliche und schriftliche Aufklärung (Link). Bitte bringen Sie den unterschriebenen Aufklärungsbogen am Untersuchungstag mit in die Praxis. Liegt eine Kostenzusage oder eine Kostenübernahme-Erklärung vor, kann die Untersuchung durchgeführt werden. Die Anträge auf Kostenübernahme erhalten Sie bei uns.

Am 11.11.2010 wurde die Dünndarm-Kapselendoskopie erfreulicherweise durch den gemeinsamen Bundesausschuss für Ärzte und Krankenkassen (G-BA) für bestimmte Erkrankungen in den GKV Leistungskatalog aufgenommen.

Risiken der Untersuchung:

Die Untersuchung sollte nicht durchgeführt werden, wenn eine Schluckstörung (z.B. als Folge eines Schlaganfalls) vorliegt. Ansonsten ist die Untersuchung risikoarm. Ein Herzschrittmacher wird nach aktuellem Kenntnisstand durch die Kapsel nicht beeinträchtigt, auch wenn dies nicht zu 100% ausgeschlossen werden kann. Erkundigen Sie sich in diesem Fall bitte bei Ihrem Kardiologen. Darüber hinaus besteht die Hauptgefahr darin, dass die Kapsel im Darm steckenbleibt. Das ist sehr unwahrscheinlich und geschieht nur bei hochgradigen Engstellen. Solche kommen als Folge von großen Darmoperationen oder bei ausgedehntem Dünndarmbefall durch einen M. Crohn vor. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses kann durch das persönliche Gespräch inklusive Ihrer medizinischen Vorbefunde vorab minimiert werden. Sollte es dennoch zu einem Steckenbleiben der Kapsel kommen, wird zunächst 2-4 Tage abgewartet, da die Kapsel oftmals dennoch den Darm spontan verlässt. Geschieht dies nicht, muss die Kapsel durch eine Dünndarm-Endoskopie oder – schlimmstenfalls – durch eine Operation geborgen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, liegt < 1%.

Bitte lesen Sie hierzu auch unseren Aufklärungsbogen (Link).

Wir bitten Sie, 2-3 Tage vor der Untersuchung auf Blattsalate und Spinat zu verzichten. Eisenpräparate sollten 7 Tage vorher abgesetzt werden. Alle anderen Medikamente können – nach vorheriger Rücksprache mit uns – grundsätzlich weitergenommen werden, jedoch keinesfalls am Morgen der Untersuchung!

Am Vortag dürfen Sie normal frühstücken und Mittagessen. Die letzte Mahlzeit sollten Sie ca. um 16.00 zu sich nehmen. Bitte trinken Sie über den ganzen Tag mindestens 2-3 Liter klare Flüssigkeit (Wasser, klarer Apfelsaft, Früchte- oder grüner Tee).

Zur Reinigung des Dünndarmes erhalten Sie von uns zwei Dosen eines RSS-Abführpulvers. Die erste Portion wird am Vortag der Untersuchung um 18.00 in ca. 1 Liter Wasser aufgelöst und über 60 Minuten getrunken. Die zweite Portion trinken Sie bitte am Untersuchungstag um 7.00.

Für die Dickdarmkapsel gilt eine andere zeitliche Abfolge sowie andere Vorbereitungsmaßnahmen. Bitte lesen Sie hierzu die Detailbeschreibung „Dickdarmkapsel".